Mantra

Innerlich ausrichten

"Mantra" aus dem Sanskrit bedeutet soviel wie "Geist-Werkzeug" – auch hier geht es also um die innere Ausrichtung. Die Verse, Wörter oder auch nur Silben können laut gesprochen, gesungen oder auch nur im Geiste rezitiert werden, und sind eine wunderbare Hilfe in der Meditation. Sie beruhigen und fokussieren den Geist, und unterstützen die Ausrichtung des Denkens. Gesungen haben sie eine herrliche entspannende, ausgleichende und oft auch erheiternde Wirkung (nach all den Herausforderungen des Alltags und der Asana-Praxis ...).
Einige populäre Interpretationen findet Ihr unter Musik

Für die regelmäßige Übungspraxis haben Matras insbesondere die Funktion, im wahrsten Sinne des Wortes auf die Übungen einzustimmen und in die richtige Schwingung zu gelangen. Das kann ein kurzes OM sein oder ein Lied, wunderbar ist es auch, mal eine Lieblings-CD aufzulegen und dazu einen Sonnengruß zu machen. Ein Mantra stellt aber vor allem eine Bekräftigung der zuvor formulierten Absicht für deine Yogapraxis dar – so wie das "Amen" in der Kirche, das die gleiche Intention hat wie das "OM": So sei es! Oder der Mantra beinhaltet selbst eine Aussage, die einige Male wiederholst, bis seine Botschaft in deinem Geiste angekommen ist. Traditionell funktionieren Mantras jedoch weniger über ihre inhaltliche Bedeutung als über ihren Wortklang, ihre innere Schwingung – egal, ob laut oder innerlich rezitiert.

 

Einige bekannte Mantras:

Lokha Samastha Sukhino Bhavantu
Om Namah Shivaya Gurave 
Om Mani Padme Hum

 

Lokha Samastha Sukhino Bhavantu
Om Shanti, Shanti, Shanti 

Mögen alle Wesen, in allen Welten, Erfüllung finden
Friede der Vergangenheit,
Friede der Gegenwart
Friede der Zukunft

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Om Namah Shivaya Gurave

Om Namah Shivaya Gurave
Saccidananda Murtaye
Nisprapancaya Shantaya
Niralambaya Tejase

I offer myself to the one true teacher within and without
In the forms of reality, consciousness and bliss
Ever present and full of peace
Independent being, the vital essence of illumination

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Om Mani Padme Hum

Om mani padme hum (Tibetische Aussprache: om mani peme hung) ist der wahrscheinlich bekannteste Mantra des tibetischen Buddhismus. Es bedeutet soviel wie "der Juwel im Lotos". Gemeint ist eine Erscheinungsform des Buddha (eines Bodhisattva) mit einer sehr weiblichen, mitfühlenden Qualität. Für den tibetischen Buddhismus sind die sechs Silben om mani peme hung Ausdruck der grundlegenden Haltung des Mitgefühls. In ihrem Rezitieren drückt sich der Wunsch nach Befreiung aller Lebewesen vom Leid des irdischen Daseins aus. Der Juwel und der Lotos stehen m.E. auch für die lichtvolle Qualität im Herz-Chakra. Es ist ein sehr herzöffnender Mantra. Mit seiner Fähigkeit, Schmutz von sich zu weisen, ist der Lotos im allgemeinen auch ein Sinnbild für Reinheit, Schöpferkraft und Klarheit. Die abschließende Silbe hūṃ dient der Bekräftigung und wird manchmal mit „Heil!“ übersetzt; ihre Bedeutung liegt aber ebenso wie diejenige von oṃ nicht in einem bestimmten Wortsinn, sondern im Klang.

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